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28.11.2017 08:25 Uhr
Kategorie:
  • Leichtathletik
  • Aktuelles

Finale furioso? Spezialsport Werfer-Spätherbst für Ruben Loew

LSW – Wettkämpfe in Neuss, Villmar, Mutterstadt, und Neu-Isenburg


Ruben Loew mit dem "fast-kleinsten" 40-kg-Stein beim Stein-Zehnkampf in Neuss

Zehnkämpfer Nico Beckers mit Ruben Loew

Sport dient auch dem Naturschutz! Farnverpflanzung mittels Stoßkugel.

Standweitsprung- ehemals olympisch

Während die Leichtathletik-Saison nahezu beendet ist, konnten sich die im LSW-Verband organisierten Sportler noch auf einige späte Höhepunkte freuen.

Den Beginn macht die Deutsche Meisterschaft im Steinstoss-8- und -10-Kampf, die in diesem Jahr am Nationalfeiertag in Neuss-Norf am Niederrhein ausgetragen wurde. Leider hatte der Regen der vorhergehenden Tage die Anlaufbahnen sehr rutschig gemacht, erst mit zunehmender Dauer des Wettkampf und dem Durchbrechen der Sonne durch den Morgendunst verbesserten sich die Verhältnisse etwas. Beim Steinstoss-Achtkampf wird mit Steinen der Gewichte 3; 5; 7,5; 10; 12,5; 15, 20 und 25 kg gestossen, beim 10 Kampf entfällt das 3-Kilo-Gewicht, dafür kommen die schweren Gewichte von 30, 40 und 50 kg hinzu. Für Ruben Loew aus Weilmünster, beim LSW-Verband für Phönix-RKS-Mutterstadt startend, war das Ziel, im 8-Kampf seinen eigenen M20-Rekord zu brechen und wenn möglich auch den Allklassen Rekord, der bei 86,84 m lag, zu übertreffen. Dieser Plan glückte auch ! Mit 87,82 m lag er bestens im Rennen und über dem alten Rekord, aber an diesem Tage war ein noch besserer Sportler nicht zu schlagen: Das Zehnkampf-Ass Nico Beckers (7.400 Punkte !), der gerade in diesem Herbst einen riesigen Spass an den LSW-Wettkämpfen entwickelt, holte sich mit überragenden 101,98 m den Titel. Diese Weite dürfte sehr lange als Rekordmarke Bestand haben, ebenso sind seine im 10-Kampf erzielten 90,60 m eine herausragende Leistung. In beiden Wettbewerben landete Ruben Loew damit auf Platz 2, beim 10-Kampf erreichte er 80,75 m. Damit muss er sich aber keineswegs verstecken, die erzielte Leistung lag bei ihm bei jedem Steingewicht höher als im Vorjahr und die Abstände zum 2 Jahre älteren Nico Beckers scheinen nicht unaufholbar. Beide freuen sich übrigens auf eine Revanche im nächsten Jahr. Da Ruben Loews Vereinskamerad Steffen Klein krankheitsbedingt nicht antreten konnte, und Phönix Mutterstadt damit in der Mannschaft etwas geschwächt war, konnten auch Titel und Rekord in der Mannschaftswertung des 8-Kampfes nicht verteidigt werden. Auch hier siegte dann Nico Beckers mit seinem Verein TG Aachen. Bleibt noch zu erwähnen, dass auch Thomas Blech vom TV Gosenbach ebenfalls in beiden Disziplinen über dem alten Allklassen-Rekord lag und für die Altersklasse M40 neue Rekorde aufstellte. (94,56 m und 86,03 m) 

Nach einer Teilnahme an den klassischen leichtathletischen Wettkämpfen und den LSW-Disziplinen in Villmar am 07. Und 08. Oktober 2017 (die örtliche Presse berichtete), bei denen Ruben Loew nebenbei mit 8,61 m eine neue pers. Outdoor-Bestweite im Steinstossen mit dem 15 kg-Stein (das normale Männergewicht bei Turnerbund und DRTV) erzielte, stand am 14.10. dann in Mutterstadt ein ganz spezieller Wettkampf an: Die „Königsdisziplin“ der Werfer, der Werfer-Zehnkampf ! Dieser wird aufgrund des recht hohen Durchführungsaufwands leider nur sehr selten angeboten, Phönix Mutterstadt hatte hier durch einen Einladungswettkampf die Teilnehmerzahlen aber so begrenzen können, dass alle Disziplinen problemlos an einem Tag abgewickelt werden konnten. (Es ist auch eine 2-tägige Austragung erlaubt, die Reihenfolge der Disziplinen ist allerdings nicht vorgeschrieben.) Auch das Wetter spielte wieder einmal mit: Nachdem sich der Nebel in der Rheinebene recht früh verzogen hatte, stand guten Leistungen bei herrlichem Sonnenschein nichts entgegen.        

Werfer-Zehnkampf ? Werden sich manche fragen, wie kommt man auf 10 Wurfdisziplinen, kennt man doch aus der Leichtathletik gerade mal derer 4, und Teebeutelweitwurf oder Handy-Werfen sind sicherlich auch nicht gemeint ? Nun, es sind die 4 „klassischen“ Disziplinen Kugelstoß, Diskuswurf, Speer- und Hammerwurf. Hinzu kommen aus dem Lager der Turner der Schleuderballwurf und das Steinstossen, das ebenfalls im Rasenkraftsport beheimatet ist. Aus diesem entlehnt ist ebenfalls der beidarmige Gewichtswurf. Als eigene LSW-Disziplinen sind das einarmige Gewichtwerfen und das Kugelschocken zu nennen, letzte Kategorie ist das Keulenwerfen. Nicht vergessen werden soll hier, dass einige dieser Disziplinen ebenfalls einmal olympisch waren, gar so exotisch also gar nicht sind.    

Für Ruben Loew standen nach einem anstrengenden Wettkampftag mit mehr als 50 Würfen insgesamt 6016 Punkte auf der Ergebnisliste, für den späten Saisonzeitpunkt und der grossen Anzahl absolvierter Wettkämpfe ein sehr gutes Resultat jenseits der begehrten 6000-Punkte-Grenze. (Übrigens das zweitbeste Tagesresultat, übertroffen nur von Phönix-Geschäftsführer Gerhard Zachrau in der Klasse M65 mit 6187 Punkten.) Dabei waren für Ruben Loew zwar keine neuen Bestleistungen zu verzeichnen, aber die Summe der gleichmässig guten Ergebnisse reichte,- bei ja jeweils nur 3 Versuchen im Mehrkampf-, zum Überschreiten der „magischen“ Punktegrenze. Wer möchte, kann die Einzelwerte gerne auf der Homepage von Phönix unter der Adresse nachvollziehen.

Die letzten Meisterschaften des LSW in dieser Saison wurden dann am 21.10.2017 in Neu-Isenburg ausgetragen: Es standen Stand-Weitsprung (ehemals olympisch !), Stand-Zweisprung sowie der Diskus griechisch Dreikampf auf dem Tableau, zusätzlich noch „Speerorama“ als Süddeutsche Meisterschaft.

Der Wettkampftag begann bei kühlem, aber noch trockenem Wetter mit dem Standweitsprung. Ruben Loew, der seit 6 Jahren keinen Wettkampf mehr in einer Sprungdisziplin gemacht hatte, schlug sich dabei im Dienste auch der Mannschaft von Phönix Mutterstadt sehr achtbar und erreichte im besten Versuch 2,35 m. Im folgenden Stand-Zweisprung konnte er 4,61 m erreichen. Beides führte zu Platz 2, Gewinner war hier Jonas Reimann vom TSV Neudorf, der als „Sprung-Spezialist“ 2,55 m bzw. 5,10 m ersprang. In beiden Disziplinen erzielte die M20-Mannschaft von Phönix-Mutterstadt in der Besetzung Loew-Lutter-Rhaue mit 6,71 m bzw. 13,46 m den 1. Platz.  Übrigens trat in den Sprungdisziplinen in der Altersklasse M50 HLV-Präsidiums-Mitglied Klaus Schuder (TV Neu-Isenburg) an und konnte sich über den Siegesrang im Zweisprung und den 2. Platz im Stand-Weitsprung freuen. Vermutlich wird er nicht das letzte Mal bei LSW-Wettkämpfen gewesen sein, äusserte er sich doch sehr erfreut über die entspannte Atmosphäre, wobei der sportliche Ehrgeiz aber nicht zu kurz kommt. Leider konnte Klaus Schuder wegen einer Tagung des Süddeutschen Leichtathletik-Verbandes nicht an den nachmittäglichen Wettkämpfen teilnehmen, sondern musste nach Regensburg aufbrechen.   

Beim folgenden Diskus-griechisch-Dreikampf, bei dem Hantelscheiben von 3, 3,75 und 5 kg in Diskustechnik aus dem Stand geworfen werden, fing es leider an zu nieseln. Das konnte aber weder Ruben Loew, noch den extra für diesen Wettkampf angereisten Nico Beckers in ihren Leistungen bremsen. Ruben erreichte in der Addition sehr gute 61,30 m, das hätte in der Jahresbestenliste des Vorjahres zu Platz 2 gereicht! Sein Konkurrent Nico Beckers erzielte 73,76 m und blieb damit gerade einmal knappe 70 cm unter der Rekordmarke! Hätte sein letzter Wurf mit der 5-kg-Scheibe den Sektor getroffen, anstatt einen Pfosten des Schutznetzes, der alte Rekord wäre gefallen. Nun denn, auf einen neuen Versuch im nächsten Jahr! Auch hier konnte sich die M20-Mannschaft von Phönix-Mutterstadt über den Spitzenplatz freuen, hier kamen Norbert Gundermann, Dr. Klaus Lutter und Ruben Loew zum Einsatz und erzielten zusammen 162,06 m.  

Beim abschliessenden „Speerorama“-Wettkampf (Kugelwürfe über den Kopf mit 2 kg, 2,5 kg und 3 kg), eine der Lieblings-Disziplinen von Ruben Loew, waren dann die Wetterverhältnisse doch zu abträglich. Nässe und Kälte verhinderten echte Spitzenleistungen. Zwar sind die in Summe erzielten 71,86 m immer noch herausragend, aber angesichts der bereits Ende April erzielten 80,04 m eher ein „persönlicher Durchschnittswert“. Zum Titel eines „Süddeutschen Meisters“ reichte dies trotzdem. Und auch hier siegte die Mannschaft von Phönix in der gleichen Besetzung wie zuvor mit 160,39 m.

Bei der abschliessenden Siegerehrung unter der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens konnte man dann schon von warmen Urlaubszielen in der kalten Wintersaison träumen. Aber: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel ! Schon Ende Januar warten die Hessischen Winterwurf-Meisterschaften in der Frankfurter Hahnstrasse auf ihre Teilnehmer. Sicherlich mit Ruben Loew, aber sicherlich auch mit vielen weiteren Startern aus Limburg-Weilburg und einigen Bekannten der LSW-Wettkämpfe. 

Bleibt noch, allen Lesern Frohe Weihnachten zu wünschen!

Und allen im Neuen Jahr eine gute Gesundheit und besonders den Sportlern eine verletzungsfreie Saison 2018!